Bezeichnungen wie „Heidochs“ oder „Dachlatta“ sorgen bei vielen zunächst für Verwirrung. Tatsächlich verbirgt sich dahinter jedoch nichts anderes als die Eidechse – ein alltägliches Tier mit überraschend vielfältigen Namen im Schweizerdeutschen.




Der Ausdruck „Eidechse“ geht auf das althochdeutsche egidehsa zurück. Seine genaue Herkunft ist nicht eindeutig geklärt, doch es wird vermutet, dass er sich aus Wurzeln mit den Bedeutungen „Schlange“ und „laufen“ zusammensetzt. Daraus ergibt sich sinngemäss die Vorstellung einer „laufenden Schlange“.
Gerade weil dieser Ursprung für Sprecher:innen nicht mehr durchsichtig ist, kam es im Dialekt zu sogenannten Umdeutungen. Teile des Wortes wurden an vertraute Begriffe angepasst – etwa an „Ochse“. So entstanden Varianten wie „Heidochs“, „Egochs“ oder „Hegöchsli“, die mit dem ursprünglichen Wort nur noch indirekt verbunden sind.
Andere Bezeichnungen lassen sich einfacher erklären. „Schwickerli“ etwa verweist auf eine schnelle Bewegung, während „Lattüechji“ eine bildhafte Kombination darstellt: Der Körper der Eidechse erinnert an einen Zweig, kombiniert mit einem Begriff für ein anderes Tier.
Historisch war „Eidechse“ beziehungsweise „Eidechsli“ bereits weit verbreitet, wurde jedoch durch zahlreiche regionale Varianten ergänzt. Besonders im Wallis, in Graubünden und in Teilen der Innerschweiz existierte eine grosse Vielfalt an Bezeichnungen.
Heute zeigt sich ein klarer Wandel: „Eidechse“ hat sich in fast der gesamten Deutschschweiz als Hauptform durchgesetzt. Viele der früheren Varianten sind selten geworden oder ganz verschwunden.
Eine Ausnahme bilden einzelne Regionen wie das Wallis oder Gurin TI, in denen traditionelle Begriffe weiterhin verwendet werden.
Die Entwicklung verdeutlicht, wie stark sich Sprache vereinheitlichen kann – und wie einzelne regionale Ausdrücke dennoch bestehen bleiben und ein Stück sprachlicher Identität bewahren.
Quelle: https://dialektatlas.ch/
